01Dramatisierung vs. Sachlichkeit
Während Der Standard, Kurier, Salzburger Nachrichten und Trend mit nüchternen, behördennahen Formulierungen berichten, fällt Heute mit der Headline 'Machtkampf ums Essen – Massive Vorwürfe!' deutlich heraus. Demgegenüber bleibt oe24 trotz Boulevard-Zuordnung mit 'Ermittlungen gegen Foodora' vergleichsweise trocken. Der Dramatisierungsunterschied verläuft damit nicht entlang klassischer Lager-Grenzen, sondern betrifft einzelne Outlets.
02Inhaltliche Tiefe
Der Standard hebt sich durch die explizite Nennung der Kritikpunkte — bedenkliche Vertragsklauseln und Strafgebühren — von allen anderen Medien ab. Die Mitte-Medien begnügen sich mit dem Ermittlungsstart als solchem, ohne Details zu den Vorwürfen. Die Presse wiederum ergänzt als einziges Outlet die Information, dass auch Lieferando in die Ermittlungen einbezogen ist, was den Scopeunterschied zur reinen Foodora-Meldung verdeutlicht.
03Wortwahl im Titel
Die Mehrheit der Medien wählt neutrale Formulierungen wie 'BWB ermittelt gegen Foodora' oder 'Verdacht auf Marktmissbrauch'. Kleine Zeitung verwendet den Begriff 'Monopolverdacht', der schärfer konnotiert ist als das behördliche 'marktbeherrschende Stellung'. Heute hingegen greift mit 'Machtkampf' und 'Massive Vorwürfe' zu Konflikt-Metaphern, die über den sachlichen Ermittlungsstand deutlich hinausgehen.
