01Tonalität und Dramatisierung
ORF und Standard halten einen nüchternen, sachlichen Ton — Schlagzeilen wie 'Villacherin um einige tausend Euro betrogen' oder 'Pensionistin bemerkte Tochter-Trick' beschreiben den Sachverhalt ohne emotionale Zuspitzung. Die Kronen Zeitung und oe24 wählen demgegenüber deutlich dramatischere Formulierungen: 'Kanzler-Werbung lockt Pensionistin in Betrugsfalle' oder 'Trading-Falle schnappt zu' bei eXXpress erzeugen ein stärkeres Bedrohungsgefühl. Der Kurier und die Tiroler Tageszeitung liegen dazwischen — informativ, aber ohne reißerischen Gestus.
02Thematische Streuung
Links-Medien (ORF) konzentrieren sich nahezu ausschließlich auf österreichische Betrugsfälle mit regionalem Bezug (Kärnten, Tirol, Salzburg) und polizeiliche Warnmeldungen. Mitte-Medien mischen österreichische Betrugsfälle mit internationalen Randthemen wie dem US-Kinderbuchautorin-Mordfall. Rechts- und Boulevard-Medien streuen am stärksten: Krone und oe24 berichten neben lokalen Betrugsfällen auch über den Matthew-Perry-Drogenlieferanten, den Mordfall aus Utah und die Seiler-Affäre — thematisch nicht direkt verwandte Storys, die im Rechts-Block dominant sind.
03Politischer Bezug
Besonders auffällig ist, dass die Kronen Zeitung als einziges Medium explizit auf 'Kanzler-Werbung' als Mittel der Betrüger hinweist — eine Rahmung, die den Fall mit politischer Prominenz verknüpft und so zusätzliche Aufmerksamkeit generiert. ORF und andere Links-/Mitte-Medien erwähnen diesen Aspekt nicht oder formulieren ihn neutral als 'Werbeeinschaltung'. eXXpress verweist allgemein auf 'prominente Gesichter', ohne explizit Politiker zu nennen.
04Präventions- und Schutzfokus
ORF und Kurier ergänzen ihre Fallberichte regelmäßig mit Präventionshinweisen — ORF mit expliziten Polizeiwarnungen, der Kurier mit einem eigenen Stück 'Fünf Regeln zum Schutz vor Cyberattacken'. Die OÖN verweisen auf einen Cyber Security Day in Linz. Rechts- und Boulevard-Medien setzen hingegen fast ausschließlich auf die Darstellung des Schadens und der Betrugsmasche selbst, ohne vergleichbare Schutzempfehlungen zu integrieren — was die Berichterstattung stärker auf Betroffenheit als auf Handlungsanleitung ausrichtet.
