01Tonalität und Dramatisierung
Die Kronen Zeitung und eXXpress nutzen Apokalypse-Vokabular: "kracht", "verzweifeln", "Kollaps", "droht der nächste Schlag", "existenzielle Bedrohung". Der Standard und ORF bleiben sachlicher: "strukturelle Umbruch", "Forderung nach Umgestaltung". Die Mitte-Medien wie Kurier berichten mit reinem Faktenfokus, ohne evaluative Adjektive. Beispiel: Krone: "225.000 Jobs stehen auf der Kippe, Betriebe kämpfen ums Überleben"; Standard: "225.000 Stellen verloren gehen" (Feststellung ohne Dramatik).
02Personalisierung vs. Systemebene
Rechts-Medien (Heute, Krone) führen Einzelschicksale an: "Branko wartet auf 13.000 Euro – Arbeit auf Luxus-Baustelle – statt Lohn kam Kündigung", "Facharbeiter erhält nach Arbeitsunfall statt Gehalt die Kündigung". Diese schaffen emotionale Unmittelbarkeit. Links und Mitte konzentrieren sich auf Branchenzahlen, Gewerkschaftspositionen und makroökonomische Indikatoren (Inflationsrate, BIP-Prognose, KV-Verhandlungsstand). Linke Medien heben einzelne Konzern-Strategien hervor (Samsung-Boni), um Systemkritik zu üben.
03Ursachen-Attribution und Kontextualisierung
Mitte und Links attribuieren Krisen explizit: "Iran-Krieg als Grund", "Energieschock", "Überkapazitäten in Autoindustrie", "Elektrifizierungswandel". Rechts-Medien nennen Ursachen („Iran-Krise belastet"), heben aber mehr die Symptome und Angst hervor als die Analyse. Der Standard und ORF fragen zusätzlich nach Handlungsoptionen (E-Auto-Anreize, Umschulung), während Krone und Heute primär die Notlage beschreiben.
04Bewertung von E-Autos und Industrie-Wandel
Links-Medien (Standard: "Elektrifizieren statt Energie importieren") sehen E-Mobilität als strategische Chance und fordern Konsequenz. Mitte berichtet neutral über E-Auto-Boom und Ladenetz-Ausbau. Rechts-Medien sind ambivalent: Krone erwähnt E-Auto-Nachfrage ("Hohe Spritpreise beflügeln"), betont aber Jobverluste und "Verbrenner feiern Comeback", was eine Gegennarrative zu grüner Energiewende suggeriert.
05Finanzielle Angst vs. statistische Relativierung
Rechts-Medien zitieren: "43 Prozent der Österreicher geht es bergab" prominent, manchmal ohne die Gegenstatistik (58 % geht es gut). Links und Mitte (Standard: "Einkommen steigen, Armut sinkt: Machen wir uns nicht schlechter als nötig!") relativieren und differenzieren. Die Presse nennt: "Real verfügbares Einkommen sinkt, Sparquote sinkt, bleibt aber über historischem Durchschnitt." Rechts sagt: "Österreich droht"; Links und Mitte sagen: "Herausforderung erfordert Reaktion."
