01Framing als Konflikt vs. Sachverhalt
Die Kleine Zeitung rahmt den Vorstoß als sachliche Information mit leichter Skepsis («Keine ‚natürlichen' See mehr?»). Die Boulevard-Medien Kronen Zeitung, oe24 und Heute transformieren dieselbe Nachricht in einen Konflikt oder eine Krise: «Wasser-Streit», «EU-Alarm», «Streit um Wörthersee». Die Presse bleibt näher an der Kleine Zeitung mit faktischer Berichterstattung, nutzt aber ebenfalls die Dichotomie «Naturjuwel oder Tourismusmotor» als Spannungsfeld.
02Emotionalisierung durch Wortwahl
Die Kleine Zeitung behält neutrale Vokabeln («Vorstoß», «Pläne», «Regeln lockern»). oe24 und Heute nutzen emotionalisierende Begriffe: «Alarm» suggeriert Bedrohung, «Streit» impliziert ungelösten Konflikt, während «Naturjuwel» vs. «Tourismusmotor» eine Wertkollision konstruiert. Kronen Zeitung setzt mit ««Erheblich verändert»» in Anführungszeichen ein skeptisches Signal.
03Kontext und Ursachen-Darstellung
Keines der analysierten Medien bietet Kontext über die EU-Klassifizierung von Gewässern, die Gründe für den aktuellen Status des Wörthersees oder die konkrete Kritik der Wirtschaftskammer. Alle berichten allein die Positionierung der Wirtschaftskammer, ohne Gegendarstellungen oder wissenschaftliche Hintergründe. Die fehlende Naturschutz-Perspektive ist in allen Outlets gleichermaßen auffällig.
