01Tonalität und Dramatisierung
ORF und Kurier verwenden neutrale, ereignisbezogene Sprache ('geriet unter', 'wurde erfasst'); beide vermeiden Wertungen. Die Kronen Zeitung hingegen eröffnet mit 'Dramatischer Vorfall' und ergänzt das Geschehen um 'mitgezogen', das eine verstärkte physische Bedrängnis suggeriert. Während ORF und Kurier das Unfallgeschehen objektiv darstellen, arbeitet Krone an einer Severity-Eskalation durch Wortlaut.
02Schuldzuweisung und Kontexte
ORF erwähnt explizit die Rolle von Passanten ('machten auf Unfall aufmerksam'), was den Busfahrer implizit von unmittelbarer Schuld entlastet. Kurier bleibt neutral und konzentriert sich auf Verletzungsgrad. Kronen Zeitung beschreibt den Bus als 'abbiegend', was eine fahrerische Aktion impliziert und damit eine Schulddimension erzeugt, ohne dies explizit zu sagen. Im Wien-Fall fügt Kurier hinzu, dass der Radfahrer 'bei einer roten Ampel über den Schutzweg gefahren sein soll' — eine klare Schuldzuweisung.
03Informationsmenge und Präzision
ORF liefert Ort, Zeitpunkt, Grundfakten und Rettungs-Detail. Kurier ergänzt um Verletzungstyp (Beinverletzungen) und behandelt zwei Fälle parallel. Kronen Zeitung konzentriert sich auf den Dornbirn-Vorfall, gibt aber weniger Kontext-Information (kein Zebrastreifen-Detail) und nutzt die Platzersparnis für emotionale Dramaturgie statt zusätzliche Fakten.
