01Ursachen-Zuschreibung
Der Standard verortet die Krise primär intern: Das Geschäftsmodell der Autoindustrie selbst sei reformbedürftig, externe Faktoren treten in den Hintergrund. Kurier und Trend hingegen gewichten den Iran-Krieg und steigende Energiepreise als zentrale Konjunkturbremse, während Die Presse sich auf die messbaren Inflationsfolgen in den USA konzentriert, ohne österreichische Akteure direkt zu adressieren.
02Tonalität
Die Kronen Zeitung wählt mit Formulierungen wie 'Alarmglocken schrillen' und 'Schock-Aussage' einen emotionalisierten Alarmismus, der auf unmittelbare Betroffenheit zielt. Der Standard bleibt analytisch-distanziert und referiert Managementforderungen sachlich. Der Kurier positioniert sich dazwischen: faktenbasiert, aber mit deutlichem Krisenvokabular ('Rekordtief', 'kämpfen').
03Geografischer Fokus
Der Standard verbindet die deutsche Autokrise explizit mit österreichischen Auswirkungen auf Zulieferer. Der Kurier bleibt bei österreichischen KMU als Hauptakteur. Trend und Die Presse wählen hingegen eine übernationale Perspektive — Iran-Krieg als globaler Konjunkturdämpfer bzw. US-Inflationsdaten — ohne direkten Österreich-Bezug in den Vordergrund zu stellen.
04Thematische Streuung
Auffällig ist, dass die erfassten Medien nicht alle dieselbe Story berichten: Während Standard und Krone die Autoindustrie thematisieren, behandeln Kurier und Trend die KMU-Lage bzw. den Konjunktureffekt des Iran-Kriegs, und Die Presse konzentriert sich auf US-Inflationsdaten. Eine echte direkte Frame-Konkurrenz zur selben Geschichte ist daher nur eingeschränkt vorhanden.
