01Grundhaltung gegenüber DÖW
Die Presse behandelt das DÖW als anerkannte wissenschaftliche Institution und zitiert Kranebitter ohne Distanzierung. eXXpress hingegen stellt die Legitimität des DÖW als Ganzes in Frage und schreibt, die 'Geschichten sind immer die gleichen und längst auserzählt' — eine Formulierung, die dem Archiv inhaltliche Erschöpfung und tendenzielle Einseitigkeit unterstellt.
02Umgang mit der Kernthese
Die Presse übernimmt Kranebitters Einschätzung — Rechtsextremismus sei die 'quantitativ größte Gefährdung' — als zitierwürdige Expertenaussage. eXXpress verwendet exakt dasselbe Zitat, rahmt es jedoch sofort als 'halbe Wahrheit' und versucht, die These durch das Argument zu entkräften, dass viele der erfassten Übergriffe nicht klassisch rechtsextremen Tätern zuzuschreiben seien.
03Täterattribuierung
Während Die Presse keine Differenzierung nach Tätergruppen vornimmt und sich auf die Gesamtbewertung des DÖW konzentriert, macht eXXpress die Frage der Täterattribuierung zum zentralen Kritikpunkt: Muslimische Täter und Linke seien im Datenmaterial miterfasst, würden aber pauschal dem 'Rechtsextremismus' zugerechnet — ein Vorwurf, der ohne direkten Verweis auf konkrete Stellen im Handbuch erhoben wird.
04Wortwahl und Tonalität
Die Presse hält einen nüchternen, berichtenden Ton und setzt Kranebitters Aussage als Aufmacher ohne wertende Einrahmung. eXXpress ist dagegen explizit polemisch: Der Titel 'Handbuch der Halbwahrheiten' ist eine direkte Gegenbotschaft zum Originaltitel, und Formulierungen wie 'längst auserzählt' signalisieren redaktionelle Ablehnung statt journalistische Distanz.