01Dramatisierungsgrad und Wortwahl
Der Standard und ORF verwenden sachlich-juristische Begriffe wie 'Mordanklage' und 'Einspruch', während Heute und oe24 mit emotionalisierenden Begriffen arbeiten: 'Bluttat', 'Killerin', 'tobt Streit'. Der eXXpress-Titel spricht von 'tödlicher Friedhof-Attacke', was eine mittlere Dramatisierungsebene darstellt. Die Boulevardmedien schaffen durch diese Wortwahl eine höhere emotionale Intensität, während Qualitätsmedien und regionale Mittemarteien die juristische Sachlichkeit bewahren.
02Fokus auf Zurechnungsfähigkeit
Rechtsmedien und Boulevard heben die Frage der Zurechnungsfähigkeit deutlich heraus — Heute titelt 'Streit um Zurechnungsfähigkeit', eXXpress strukturiert Absätze um diese Frage. Der Standard und ORF erwähnen die psychiatrische Befähigung, machen sie aber nicht zum Rahmen-Setting des Konflikts. Die Linksmedien deuten an, dass eine Einschätzung vorliegt; die Rechtsmedien inszenieren ein offenes Konflikt-Narrativ.
03Verfahrensstand und Perspektive
ORF und eXXpress betonen das Oberlandesgericht als nächste Institution und die konkrete Einspruchshandlung. Boulevardmedien behandeln den Verfahrensstand untergeordnet; sie priorisieren stattdessen die Spannung der Zurechnungsfähigkeitsfrage. Standard und Kurier berichten faktisch-chronologisch, ohne das Dramatische zu überhöhen.