01Tonalität gegenüber FPÖ-Kritik
Der Standard und ORF-Auswahl kritisieren FPÖ-Abgeordnete personalisiert ("auffällig unbeherrscht", Zwischenrufe) und hinterfragen ihre sachliche Eignung, während Kurier und OÖ Nachrichten FPÖ-Fachkritik am Budget neutral dokumentieren. exxpress, oe24 und Kronen hingegen instrumentalisieren die gleichen FPÖ-Positionen als Beweise für Handlungsfähigkeit und zitieren sie affirmativ; Unzensuriert nennt Marterbauers Budgetrede "Marxismus-Vorlesung" und betreibt reine Delegitimation. Links personalisiert kritisch, Rechts personalisiert affirmativ.
02Fokus bei Budget-Verfehlung
Standard und Kurier berichten technisch über OeNB-Warnung: "Regierung dürfte Budgetziel verfehlen". exxpress, oe24 und Kronen Zeitung dramatisieren dies als "Regierung-wird-Ziel-deutlich-verfehlen" und "Blindflug"; sie verbinden es mit FPÖ-Warnungen zu einer Erzählung von Systemversagen. Während Mitte die OeNB-Prognose als externe Fachaussage einordnet, nutzt Rechts sie als Beweis für generelle Unfähigkeit der aktuellen Regierung.
03Behandlung von Einzelbudget-Ausgaben
exxpress, Heute und oe24 führen breite "Skandal"-Rubriken: 400.000 Euro Flugkosten Meinl-Reisinger, 15.500 Euro Bürokratie-Studie Schellhorn, 6,6 Mio. Euro Pflegegeld ins Ausland. Sie rahmen diese als Beweis für Heuchelei einer "Spar-Regierung" ein. Standard und Kurier erwähnen solche Zahlen sachlich oder gar nicht; sie unterscheiden zwischen Regierungskritik und persönlicher Skandalisierung. Links/Mitte ignorieren Einzelbudget-Posten fast völlig; Rechts nutzt sie als Dauerschleife.
04Kontextualisierung von FPÖ-Umfragewerten
exxpress und oe24 titeln wiederholt "FPÖ kratzt an 40 Prozent", "Kickl dominiert Kanzlerfrage", und zeigen dies als natürliche Folge von Regierungsversagen. Kurier und OÖ Nachrichten berichten Umfragezahlen rein informatisch. Links-Medien ignorieren Umfragen fast völlig oder deuten sie als Folge mangelnder Regierungskommunikation, nicht als organischen Vertrauensverlust. Rechts narrative: FPÖ-Aufstieg = Wählerwille. Links narrative: Umfragen = Medienkonstruktion.
05Schellhorn-Berichterstattung
exxpress titelt systematisch "Schellhorn versagt" ("113 Maßnahmen, 14 erledigt", "Schellhorn schreibt Buch statt zu reformieren"), kombiniert mit höhnischen Analysen. Kurier und OÖ Nachrichten berichten Schellhorn-Kritik und ÖVP-Konterkritik parallel, ohne Seitenwahl. Standard und ORF erwähnen Schellhorn kaum. Rechts konstruiert ein Narrativ von persönlichem Fehlschlag und politischer Show; Mitte dokumentiert Koalitionskonflikte; Links ignoriert das Thema weitgehend.
