01Tonalität und Dramatisierung
Die Boulevardmedien Heute und oe24 arbeiten mit intensivierendem Vokabular: 'brisantes OGH-Urteil' und 'Hammer-Urteil' suggerieren Skandal und Überraschung. Die Qualitätsmedien Salzburger Nachrichten und Tiroler Tageszeitung hingegen verwenden nüchterne Konstruktionen ('OGH: Konzerne müssen...'), die das Urteil als reguläres Gerichtsverfahren rahmten. Die Presse und Trend schließen sich dieser sachlichen Darstellung an. Der faktische Gehalt ist identisch — Unterschied liegt rein in der emotionalen Aufladung durch Schlagwortwahl.
02Framing von Verantwortung
Während alle Medien das Urteil berichten, deuten die Boulevardtitel durch 'zu viel Corona-Hilfen kassiert' (Tiroler Tageszeitung) eine Mitverantwortung der Konzerne an. Andere Medien bleiben neutral bei 'müssen zurückzahlen' ohne moralische Implikation. Keine Mediengruppe thematisiert jedoch die Frage, ob staatliche Behörden bei der Vergabe mitverantwortlich waren — diese Perspektive bleibt über alle Lager hinweg aus.