01Dramatisierung durch Zeitlichkeit
Die Kronen Zeitung eröffnet mit "21 Jahre nach Bluttat" und nutzt Ausrufezeichen, um zeitliche Distanz als emotionales Element zu verstärken. ORF, Kurier und OÖ Nachrichten nennen das Todesjahr (2005) ebenfalls, integrieren es aber in eine sachliche Faktendarstellung ohne zeitlich-affektive Rahmung. Boulevard priorisiert die Dauer der ungeklärten Frage; Qualitätsmedien positionieren das Jahr als Kontext-Information.
02Juristische Substanzierung
Der Kurier erwähnt explizit den rechtlichen Einwand ("Grundsatz nicht zweimal in derselben Sache") und die Vorgeschichte von 2013, was eine fachliche Einordnung ermöglicht. ORF und OÖ Nachrichten nennen nur die nackten Fakten (Anwalt, Einspruch, Todesjahr). Die Kronen Zeitung lässt rechtliche Kontext-Information ganz aus und konzentriert sich auf Handlung und Zeitstempel.
03Personalisierung des Falles
Kurier und Kronen Zeitung nennen das Opfer beim Namen (Daniela Kammerer), was den Fall individualisiert. ORF und OÖ Nachrichten verwenden die unpersönlichere Beschreibung "2005 getötete Studentin". Boulevard-Framing erhöht Erkennungsgrad und emotionale Bindung durch Namennung; Qualitätsmedien halten größere Distanz.
