01Tonalität gegenüber Weidel
Der Standard verwendet explizit abwertende Begriffe wie 'Klimaschwurblerin' und 'Flachzangen' (als Weidel-Zitat über Koalitionspartner), während eXXpress und oe24 neutral bis anerkennend über 'scharfe Ansagen' und 'Lob für die FPÖ' berichten. Der Kurier nimmt eine mittlere Position ein: Er beschreibt Weidels Rhetorik als 'Brachial-Rhetorik' und die AfD als 'in Teilen rechtsextrem', ohne jedoch in die Polemik des Standard zu verfallen. Die Presse hingegen hält einen analytischen Ton bei und verzichtet auf wertende Adjektive.
02Rahmung des Wien-Besuchs
Der Standard rahmt den Besuch als gezieltes Bemühen um Erfahrung mit 'radikalem Regieren' und stellt die FPÖ-AfD-Verbindung als politisch problematisch dar. Demgegenüber behandelt eXXpress den Besuch als regulären Politiktermin mit positivem Ausgang für die FPÖ. Der Kurier und die OÖN nehmen eine mittlere Position ein: Sie bezeichnen die Verlegung des Interviews nach Wien als 'ungewöhnlich', aber nicht als skandalös, und berichten sachlich über die Inhalte.
03FPÖ-AfD-Nähe
Die Presse leistet die differenzierteste Analyse, indem sie sowohl Gemeinsamkeiten als auch 'manche Unterschiede' zwischen FPÖ und AfD benennt. Der Standard betont dagegen primär die Gemeinsamkeiten und stellt die FPÖ als 'Lehrmeister' dar, was die Verbindung als einseitige Abhängigkeit erscheinen lässt. eXXpress und oe24 präsentieren Weidels Lob für die FPÖ ohne kritische Distanz, während der Kurier in seiner Glosse anmerkt, dass die AfD punkto Radikalität 'schon nicht mehr zu übertreffen' sei — was die AfD als noch extremer als die FPÖ positioniert.
04Inhaltliche Positionen Weidels
OÖN und Kurier berichten am vollständigsten über die konkreten Forderungen Weidels — Euro-Ausstieg, Schengen-Ausstieg, Klimaschutz-Ablehnung — ohne diese stark zu werten. Der Standard erwähnt dieselben Inhalte, bettet sie aber in einen Frame ein, der Weidels Glaubwürdigkeit in Frage stellt. eXXpress hebt Weidels Migrationspolitik-Kritik besonders hervor und referiert ihre Aussagen weitgehend unkritisch, ohne die wirtschaftlichen oder außenpolitischen Implikationen eines Euro- oder Schengen-Ausstiegs zu thematisieren.