01Justizieller Fokus vs. administrative Breite
Der Standard hebt die Verfahrenseinstellung (Urkundenfälschungs-Vorwurf) prominent heraus und rahmt dies als Wendepunkt in einer Konfrontation zwischen Gräve und Wagner. Der ORF hingegen behandelt die Einstellung als einzelnen Fact-Block und gewichtet Aufsichtsratsentscheidungen (Gräve-Freistellung, Wagner-Status) gleich oder höher. Beide Lager berichten die gleichen Fakten, nutzen aber unterschiedliche Hierarchisierung: Links = Justiz-Outcome + Folgen; Mitte = administrative Entscheidungen + offene Fragen.
02Programmatische Kontinuität vs. Personalfrage
Der Standard ergänzt die Konflikt-Story mit dem Spielplan-Update ('Andernorts', Umbau, Uraufführung), was die kulturelle Betriebsfähigkeit trotz Unklarheiten signalisiert. Der ORF fokussiert primär auf die Personalfrage und den Status quo (Freistellung, Interim-Clarification). Der Standard erzählt eine Story von Kontinuität unter Unsicherheit; der ORF von offenen Fragen im Management. Keine faktische Divergenz, aber unterschiedliche narrative Schwerpunktsetzung.
03Klärung vs. Ambivalenz
Der Standard (über Wagner-Aussage) räumt mit Spekulationen auf und schließt damit einen narrativen Loop (Wagner übernimmt NICHT interim). Der ORF formuliert identische Information ('entgegen aller Spekulationen nicht'), setzt aber weniger Gewicht auf diese Klarstellung. Beide berichten dasselbe; Links nutzt es aber als definitive Antwort auf vorhergehende Unsicherheit.
